Vergessene Pfade

Hallöchen,

nun ist es also so weit und 2019 neigt sich dem Ende zu.

Ich kann nicht sagen was 2020 bringen wird. Weder mir, noch euch. Ich kann auch nicht sagen was ich von meiner langen Liste tatsächlich abarbeiten werden. Und ich darf euch nicht sagen, welche neuen Projekte im Job ab Donnerstag auf mich warten.

Aber was ich euch verraten kann, ist das was ich gestern getan habe:

Nachdem ich dem Einkaufsgewühl entkommen war, tobte ich mich erstmal damit aus mich um Waschmaschine und Trockner zu kümmern. Danach war die Küche dran und schwups neigte sich die Sonne schon dem Untergang.

Ich zog mich also rasch an und ging zum Briefkasten. Mittags war ich zwar an einem vorbei gekommen, aber da gab es keinen Parkplatz. Und die Beileidskarte für die Familie einer verstorbenen Bekannten wollte ich gestern unbedingt noch auf den Weg bringen. Evtl. kommt sie dann noch Freitag pünktlich zur Beerdigung an …..

Als ich so am Briefkasten stand beschloss ich für meinen weiteren Spaziergang mal die Variante „links / rechts“ von dort aus zu testen.
Zunächst keine Überraschung, mein Weg führte mich über die Hauptstraße in Richtung unseres Hauses zurück und so war ich schnell wieder in unserem Viertel.
Um dann doch einen schmalen Weg zu finden, der in einen kleinen Busch führte. Kaum ein paar Schritte gegangen erkannte ich ihn wieder. Es war der Weg, der öfter in meinen Träumen vorkommt. Und den ich beim Aufwachen nie zuordnen konnte.

Als ich noch zur Grundschule ging bin ich ihn öfter gelaufen, mit den Kindern aus der Nachbarschaft. Er führte zum nahe gelegenen Bauernhof, wo wir immer mal schauten was da so los war. Nachdem wir dabei zugesehen hatten wie Schweine zum Schlachthof abtransportiert wurden, habe ich ihn nicht mehr betreten. Und damals übrigens lange dafür gebraucht wieder Fleisch essen zu können. Nur durch eine entstandene Mangelerkrankung konnten meine Eltern mich damals davon überzeugen es wieder zu essen.

Gestern ging ich diesen Weg also wieder. Der Bauernhof ist schließlich schon lange Geschichte und die Gebäude sind komplett zu Wohnungen umgebaut worden. Inzwischen führt der Weg allerdings um die Gebäude herum, auf ein Feld und ist mit dem mir sehr bekannten Bauernweg verbunden. Diesen ging ich dann also, bis ich Richtung Wohngebiet „abbiegen musste“. Davor bog ich allerdings in die Bach-Aue ab. Vor einem breiten, mit Wasser gefüllten Graben ging zum Glück der Wecker meines Handys, den ich vorsichtshalber auf Sonnenuntergang gestellt hatte.

Also beschloss ich lieber mich Richtung Landstraße zu wenden, an der letztendlich unser Haus steht. Mit total verdreckten Stiefeletten erreichte ich schließlich den Fußweg und wurde mit diesem Anblick belohnt:

Der gestrige Tag hat mich darin bestärkt meine Spaziergänge nicht nur vom Kopf lenken zu lassen. Ach war das damals entspannt, wo ich öfter einfach meinen Hund bestimmen ließ wo er lang wollte. Sonst hätte ich z.B. im Wald nie die winterliche Futterstelle für Rehe gefunden, die uns nicht einmal bemerkt hatten, weil wir aus der Gegenwindrichtung gekommen sind und der Schnee unsere Schritte abgefedert hatte.

Und auch ansonsten möchte ich „Vergessene Pfade“ beschreiten. Was mir im Leben fehlt, ist die Leichtigkeit, die ich in jungen Jahren hatte. Ich möchte nicht mehr über alles lange nachdenken müssen und mich erst dann entscheiden, wenn ich weiß das es wirklich gut für mich ist. Krankheiten hin oder her – ich möchte mich von ihnen nicht mehr derartig einschränken lassen. Es muss doch einen Mittelweg geben!

Ich wünsche euch einen guten Rutsch und einen tollen Start ins neue Jahr.
Liebe Grüße
Monika

2 Kommentare zu „Vergessene Pfade

  1. Sehr schön, ebenfalls ein gesundes neues Jahr und ganz viel Glück dabei, die vergessenen Pfade wieder zu entdecken. Das mit der verlorenen Leichtigkeit kenne ich nur zu gut, es wäre schön, die Unbekümmertheit der früheren Jahre manchmal wieder zu haben. Da stimme ich dir voll und ganz zu.

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