Die Kurzarbeit geht zu Ende

Guten Morgen,

eigentlich sind es ja gute Nachrichten, aber komischerweise empfinde ich das gar nicht so:

Ich habe nur noch heute und an vier weiteren Tagen im August Kurzarbeit. Ab September soll unsere Produktion wieder voll laufen. Unsere Kunden haben Abrufpläne abgegeben, die das erforderlich machen.

Dabei habe ich mich am 28. März so abgeschoben gefühlt. So kalt gestellt. So nutzlos. Ich war von einem Tag auf den anderen überflüssig für meinen Arbeitgeber geworden. Ich – der immer gesagt wurde wie wichtig gerade ihr Fachwissen und ihre Berufserfahrung wären. Und die das unbedingt an jüngere Mitarbeiter*innen weitergeben sollte ….

Doch dann, nach unserer ersten Web-Ex aus unserer Kurzarbeit heraus, habe ich den Rat unseres Chefs angenommen und es als Geschenk gesehen: „Genieß es, du kannst dich um deinen Garten kümmern und bekommst 90 % Nettogehalt dafür.“

Die ersten Tage wieder im Homeoffice habe ich genossen. Sie als willkommene Abwechslung gesehen. Gemerkt das ich doch noch gebraucht werde.

Die gelegentlichen Tage im Büro waren schön. Und das ich wieder zu „meinen Männern“ in die Produktion gehen durfte habe ich genossen.

Ganz ehrlich – ich finde es toll das ich jetzt an meinen Arbeitstagen ins Büro darf und mein Kollege dann auch da sitzt. Und das sich das komplette Team langsam wieder auf unserem Flur einfindet. Auch wenn Händeschütteln und freundschaftliche Umarmungen noch Tabu sind, Gespräche mit Abstand sind immerhin persönlich.

Die drei Wochen Urlaubsvertretung, an denen ich wieder komplette Tage gearbeitet habe, waren heftig. 5 Tage am Stück arbeiten!
Um so mehr habe ich mich auf die Kurzarbeitstage im August gefreut. 60 % Auslastung der Produktion heißt 2 Tage Kurzarbeit pro Woche für mich. Eine tolle Vorstellung.
Bei der Agentur für Arbeit ist das Spiel bis zum 28.02.2021 angemeldet. Geplant war es bis Jahresende 2020.
Evtl. fände ich das gar nicht so dramatisch, wenn jetzt nicht der Urlaub ins Spiel käme, der mir als Eigenanteil an die Aufstockung des Kurzarbeitergelds abgezogen wurde.
Ich hätte dafür gerne im Juni nur eine Woche Urlaub genommen. Das ging aber nicht, weil ich in Kurzarbeit war und der Urlaub eingetragen war. Auf meinen Hinweis das ich im Herbst ja auch noch Urlaub eingetragen habe, wurde mir gesagt das ich dann ja mit dem Zeitkonto ins Minus gehen müsste …
Weil im September und Oktober bei mit keine Kurzarbeit geplant ist, konnte ich jetzt eine Woche von meinem Septemberurlaub und den nicht mehr erforderliche Urlaub im Oktober streichen. Die Woche, sie wir im Sauerland gebucht haben nehme ich natürlich. Und somit bin ich dann 2,5 Tage mit meinem Zeitguthaben im Minus.

Somit werde ich im Herbst also keine zusätzliche Freizeit mehr haben. Dabei bin ich mit dem Projekt Heizung noch nicht am Ende. Der Energieberater war im Urlaub und ohne den komme ich mit den Anträgen nicht weiter.
Und die Schublade, auf der „zu erledigen“ steht ist wieder voller geworden. Die Reinigungsaktion des Gebäudes und das verstopfte Wasserrohr, aber auch die aktuelle Hitzewelle haben mich voll ausgebremst.

Aber jetzt genug gejammert. Ich genieße lieber den angenehmen Wind der durch unsere Wohnung weht. Und lausche dazu der Stereoanlage, über die ich CD´s mit meiner Lieblingsmusik höre.
Heute Morgen war ich übrigens ganz früh im Supermarkt und habe alles geholt, was wir in den nächsten Tagen benötigen. Unseren Getränkevorrat habe ich auch wieder aufgefüllt.

Ich wünsche euch einen schönen Freitag.
Liebe Grüße
Monika


Veröffentlicht von Schöne Perle

Mein Mann ist schwerkrank, aber irgendwie werden wir es schon schaffen. Einsicht ist schließlich in allen Lebenslagen der erste Weg zur Besserung.

10 Kommentare zu „Die Kurzarbeit geht zu Ende

  1. Das tut mir leid, dass es jetzt so blöd gelaufen ist mit Deinem Zeitkonto. Und die Umstellung zurück auf Vollzeit finde ich ja auch immer richtig gruselig. Ich hatte zwar selbst keine Kurzarbeit, aber ich war für ein halbes Jahr krankgeschrieben. Hatte bei Antritt meines neuen Jobs richtig bammel, dass ich es nicht packen würde.

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    1. Nachdem ich 2 x länger krank war – ich blieb jedoch jeweils unter den 6 Wochen – haben mich die Kollegen jeweils mit der Vertretung unserer Teilzeitkraft starten lassen. Ich habe dann ganze Tage gearbeitet und somit Zeit mich wieder einzufinden 👍😎

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      1. Das ist wirklich ein guter Einstieg, aber beim neuen Job habe ich das nicht gemacht. Wollte meinem neuen Chef nicht gleich auf die Nase binden, dass ich so eine lange Pause hatte. Da ich aber im Home Office arbeite, ging der Einsteig trotzdem sehr gut, außerdem habe ich meine Lebensfreude wiedergefunden, was der Produktivität auch zugute kommt. Aber Dein Ende der Kurzarbeit klingt ja deutlich abrupter als mein Jobeinstieg. :/

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  2. Du hast die Zeit in der Kurzarbeit gut genutzt….und jetzt ist es Zeit in den Alltag zurück zu kehren….vielleicht schaffst Du es ja, ein wenig des Gefühl der Entschleunigung mit in Deinen neuen Arbeitsalltag mit zu nehmen…☘ Ich wünsche Dir einen schönen Sonntag Abend 🙂

    Gefällt 2 Personen

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